Biene Majas Erben

Hier ist, worauf alle gewartet haben:

Die zweite Muffingeschichte von unserem Starautor Strunzheinz

“ Als Kind habe ich immer Biene Maja gespielt. Meine kleine Schwester war Willi. Ich bin ihr dauernd davongeflogen. Keiner hat so gut Willis weinerlich quengelnden Ruf nach Maja imitieren können wie sie . Vielleicht war sie deshalb darin so gut, weil sie wirklich sauer war, dass ich schneller fliegen konnte als sie...” Zugegebenermaßen wurde er mir so langsam richtig sympathisch. Ich bereute es jetzt nicht mehr, mich von meinen Kolleginnen zu diesem Blind Date überredet haben zu lassen. Freiwillig saß ich sicher trotzdem nicht hier. Peggy und Mandy, die nichts lieber taten als sich in das Leben anderer Menschen einzumischen, hatten doch tatsächlich gedroht, mir für eine Woche den Kaffee zu entziehen, sollte ich nicht bereit sein, den süßen Olaf kennenzulernen. Dummerweise bewachen die beiden den Kaffeevorrat wie ihre Augäpfel ( na ja wenn ich da an den Zustand von Peggys Augen denke wohl ,eher noch besser). Für mich ist jedenfalls eine Woche ohne den ständigen Toilettengang nach meinen literweisen Koffeinstößen undenkbar geworden. Wie hätte ich mich da diesen perfiden Erpressungsversuchen widersetzen können?

Jetzt saß ich ihm also gegenüber. Kartoffelnase, Brotschüsselgesicht, Geheimratsecken........aber denselben Kindheitstraum wie ich. Ich notierte in Gedanken einen Pluspunkt. Davon hatte er bis jetzt schon zwei gesammelt. Den ersten, als er Pumuckl zitierte und den zweiten, als er mir gestand, zum Frühstück Nutella zu essen. Wir waren mittlerweile beim Nachtisch angelangt. Ich bestellte Schokoladenkuchen, obwohl ich viel lieber Muffins gehabt hätte, aber die standen leider nicht auf der Karte. Er entschied sich für Zitronencreme.

Minuspunkt. Zitronencreme im Gasthaus zu bestellen, gehört zu den Dingen, die man einfach nicht tut. Selbstgemacht schmeckt sie ja schon künstlich genug..... Hoffentlich nötigte er mich bloß nicht, sie zu probieren.......

Als der Kellner die Desserts gebracht hatte, machte Olaf sich sofort über seinen Nachtisch her, als ob er seit mindestens zehn Tagen nichts mehr gegessen hätte. Er lud  sich den Löffel so voll wie nur möglich, schob ihn in den Mund und verzog das Gesicht zu einer Jim Carrey- Grimasse. Weiterer Minuspunkt!! Ich hasse Jim Carrey. Trotzdem konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen.  Mir lag schon das “ Ich hab es Dir ja gesagt”- die Jungfrau in mir- auf der Zunge, als mir einfiel, dass ich das ja gar nicht getan, sondern nur gedacht hatte. Unzufrieden starrte er auf meinen Teller mit dem Schokoladenkuchen: “Schmeckt der wenigstens ?”. Wie sollte ich das wissen? Ich hatte ihn schließlich noch nicht versucht. Wohl oder übel mußte ich ihm anbieten, den Kuchen zu testen. Er ließ sich nicht zweimal bitten, nahm den Kuchen, biß hinein, demonstrierte mir sehr anschaulich  den ausführlichen Kauvorgang in seinem Mund und stieß ein “Nicht übel, gar nicht übel” aus, das er mit einem Rülpsen abrundete. In diesem  Moment fühlte ich mich in die 10.Klasse versetzt. Ich erinnerte mich an Stefan, in den ich verliebt zu sein glaubte bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihn ein Brötchen essen sah. Er hatte das Brötchen dermaßen verkrampft gehalten, dass seine Finger ganz blau anliefen und die Teewurst aus seinen Brötchen heraus- und direkt auf meine neue Jacke gedrückt wurde. Von diesem Augenblick an, hatte ich beschlossen, mich erst dann in einen Mann zu verlieben, wenn ich überprüft hatte, ob er in der Lage war, ästhetisch zu essen. Von ästhetischem Essen konnte in Olafs Fall kaum die Rede sein. Abgesehen davon war es wohl auch wenig höflich, seiner Begleiterin, den Nachtisch wegzuessen, nur weil einem der eigene nicht zusagte. Wütend stand ich auf und murmelte etwas von “Toilette”. Ich schnappte mir meine Handtasche und verließ das Lokal. Unterwegs hielt ich bei der Muffinboerse, wo ich mir einen riesigen Schokladen-Frischkäsemuffin kaufte. In Gedanken malte ich mir dabei aus, wie ich ihn genußvoll im Wohnzimmer verzehren würde. Und wieder hatte ich etwas fürs Leben  gelernt: Welche Frau braucht schon einen Mann, wenn sie stattdessen  Muffins haben kann?????

 

Appetit bekommen? Wir haben ihn exklusiv: den Muffin zur Geschichte

Sagt doch dem Strunzheinz mal die Meinung zu dieser Geschichte:

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Strunzheinz, Du bist...

...ein Hohlkopf

...ein Psychopath

...ein Muffin

...ein

, weil: