Weihnachtswunder

Hier ist, worauf alle gewartet haben:

Die dritte Muffingeschichte von unserem Starautor Strunzheinz

"Ach Oma!" hatte Johanna immer gesagt. " Ich glaube wirklich, du bist die altmodischste Person, die die Welt je gesehen hat. " Sie hatte Recht. Wahrscheinlich gab es keinen Grund, in dem wir gleicher Meinung waren. Angefangen von Internet bis hin zu Bestsellern. Ja sogar über die Frage welches Weihnachtsgebäck zum Adventstee gereicht werden sollte, gerieten wir regelmäßig in Streit. Ich beharrte stets auf traditionelles Spritzgebäck, oder ausnahmsweise Spitzbuben. Johanna verzog dann jedesmal den Mund zu einem Strich: " Spritzgebäck, daran wirst du irgendwann einmal noch ersticken. Ich werde Lebkuchenmuffins backen und dann wirst du schon einsehen, dass Neuerungen nicht generell schlechter sein müssen." Ich ärgerte mich über diese Argumentationsweise. Der Muffin als Symbol des Fortschritts. So ein Firlefanz!" Tja, wenn nur schon die Notwendigkeit des Fortschritts in der Technik verkennst, vielleicht begreifst du dann wenigstens den Sinn der Weiterentwicklung  kulinarischer Hochgenüsse. ". Entgegnete Johanna hochnäßig und arrogant, als sei sie die Lehrerin und ich Ihre Schülerin. Das war der letzte Satz, den ich von ihr hörte. Letztes Jahr Nikolaus. Sie verließ meine Wohnung (wohl etwas zornig). Ich sah sie nie wieder. Wie es passiert ist, weiß ich nicht. Hat sie den Lastwagen nicht bemerkt oder hat der Fahrer sie zu spät wahrgenommen? Ich weiß es nicht. Eigentlich ist das wohl  auch nicht wichtig. Monatelang habe ich mir Vorwürfe gemacht. Was wäre gewesen, wenn ich nachgegeben hätte? Wenn ich ihr zugelächelt hätte und ihr erzählt hätte, wie gespannt ich darauf wäre, ihre Lebkuchenmuffins auszuprobieren. Wenn ich nur gewusst hätte...

 

Ich habe hier noch so viel sagen wollen. Nie habe ich ihr auch nur Andeutung meinte gezeigt, wie wichtig sie mir war. Warum sie? Sie hatte doch noch ihr Leben vor sich. Ein Leben, indem sie mir so viel beigebracht hat. Durch sie habe ich begriffen, dass jedes Wort, das wir mit anderen wechseln das letzte sein könnte und ich bin seither nie wieder mit jemanden in  Streit auseinandergegangen, auch wenn ich innerlich kochte. Ich habe gelernt, mich zu beherrschen und andere so zu akzeptieren wie sie sind. Jetzt ist es wieder Weihnachten! Heute bin ich das erste Mal ganz alleine  am Heiligenabend. Meine Familie hat sich über die ganze Welt verteilt. Es macht mir nichts aus. Ich betrachte meine Geschenke unter meinem neuen Plastikbaum, der fast wie echt aussieht. Ohne die Pakete zu öffnen, weiß ich genau was drin ist. Das blaue enthält eine Heizdecke von meinem Sohn, die fünfte, wenn ich richtig gezählt habe. Das vordere Rote ein Blutdruckmessgerät, dass ich mir von Erich gewünscht habe. Nicht zu vergessen die alljährliche Flasche Franzbranntwein von Wolfgang. Aber was ist das? Ganz versteckt erblicke ich eine blau gemusterte Schachtel. Die lag vorhin ganz sicher noch nicht da. Wo ist die bloß hergekommen? Gespannt öffne ich sie. Mir steigt ein süßer Duft in die Nase. Schokoladenkekse? Nein, eindeutig Lebkuchenmuffins! " Ich freue mich darauf, sie zu probieren ", rufe ich laut in die Stille meines Wohnzimmer hinein und plötzlich weiß ich, dass ich sie nicht alleine essen werde...

 

Appetit bekommen? Wir haben ihn exklusiv: den Muffin zur Geschichte

Sagt doch dem Strunzheinz mal die Meinung zu dieser Geschichte:

Welche Geschichte hast Du gelesen?

Strunzheinz, Du bist...

...ein Hohlkopf

...ein Psychopath

...ein Muffin

...ein

, weil:

Strunzheinz soll Präsident werden:

Ja

natürlich

Falls Strunzheinz auf Deinen Kommentar reagieren soll:

e-mail-Adresse